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Die Altmark - eine Kulturlandschaft mit besonderem Reiz
 

Im Schnittpunkt der Ballungsräume Hamburg - Leipzig, Hannover - Berlin befindet sich die Altmark, abseits gelegen von den gro├čen Verkehrsachsen im Mitteldeutschen Raum. Auf einer Fläche von über 5.000 km' leben heute in den Landkreisen Stendal, Salzwedel und Haldensleben etwa 300.000 Menschen, überwiegend in Dörfern und kleinen Städten. Nördlich und westlich grenzt die Altmark an Niedersachsen, östlich über die Elbe hinaus an Brandenburg/Prignitz und südlich bis an die Ohre.
Stendal, Salzwedel und Haldensleben sind heute die politischen und wirtschaftlichen Zentren. Hier befinden sich auch die Kreisverwaltungen. Stendal und Salzwedel sind darüber hinaus Eisenbahnverkehrsknoten und -haltepunkt an der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover - Berlin bzw. Uelzen und Stendal.
Ihre naturräumliche Gestalt hat die Landschaft während der Saale - Eiszeit, vor über 120 000 Jahren, erhalten.
Freilichtmuseum Diesdorf Aus den nachfolgenden Zeiten lassen sich Spuren ältester Besiedlungen in der Altmark sehr zahlreich nachweisen. Bodenfunde der frühgeschichtlichen Epochen Steinzeit-Bronzezeit-Eisenzeit konnten umfangreich erschlossen und ausgewertet werden.
Ein bedeutendes Gräberfeld der Langobarden, mit mehr als 1000 Urnengräbern und rekonstruierte Siedlungsstellen sind in Zethlingen zu besichtigen.
Von fast zweihundert im 19. Jahrhundert registrierten Megalithgräbern (Hünengräber) aus der Jungsteinzeit blieben bis heute noch mehr als fünf Dutzend erhalten.
Die Eiszeit formte eine Endmoränenlandschaft mit für den norddeutschen Raum beachtlichen Höhenunterschieden von bis zu 160 m über NN, mit Flusstälern, Niedermooren, ausgeprägten Wald- und Heideflächen. Die Landschaft wechselt zwischen Wiese, Feld und Wald. Die Bodengestalt ist flach bis leicht hügelig.
Ein Besuch dieser vielschichtigen Gegend lohnt zu jeder Jahreszeit, ob in der Colbitz-Letzlinger Heide, im Naturpark Drömling, den Zichtauer Bergen , am Arendsee (Norddeutschlands tiefstem Einbruchsee) oder in der Wische an der Elbe.

Wildtiere sind überall zu beobachten. In den Niederungen der Flusstäler finden die Wei├čstörche ihre Nahrung und in den Dörfern die Brutplätze.Klosterruine Arendsee Rindern und Pferden begegnet man auf Schritt und Tritt, mit etwas Glück sind auch Biber, Fischotter, Schwarzstorch, Graureiher, Feuersalamander und Eisvogel zu sehen. Die Flüsse sind klar und fischreich. Heidelbeeren und Pilze sind in der Saison reichlich zu finden.

Ein weit verzweigtes Rad- und Reitwegenetz führt auch zu Wind- und Wassermühlen. Es trägt dazu bei, dass au├čerhalb der Elbtalaue immer mehr Menschen aus den Ballungsgebieten in der Altmark Ruhe und Entspannung in schier endlosen Wäldern und unverbrauchter Natur finden und genie├čen können.
Reiterhöfe und -pensionen bieten Kindern und Eltern erlebnisreiche Ferien auf dem Lande.
Auf langsam flie├čenden Gewässern sind Bootstouren möglich. Ein Bad im Arendsee oder eine Fahrt mit dem Boot, bleibt ein Erlebnis. In der gleichnamigen Stadt sind auch aus dem See geborgene Mühlsteine zu sehen. Sie sollen von der Windmühle stammen, die 1688 in der zweiten Einbruchphase von den Fluten des Sees verschlungen wurden.

Haupterwerbszweig ist seit eh und je die Landwirtschaft. Beetzendorfüber Jahrhunderte wurde das Niedertorfmoorgebiet Drömling trockengelegt und durch die bekannten landwirtschaftlichen Pioniere SchulzeLupitz und Rimpau bewirtschaftbar gemacht. Die fruchtbaren Böden der Wische sind durch Deiche vor den Elbehochwässem geschützt worden.
Heute sind moderne Agrarstrukturen vorherrschend und wettbewerbsfähige Landwirtschaftsbetriebe betreiben überwiegend Ackerbau und Viehzucht. Weit bekannt über die Region hinaus ist der altmärkische Spargel. In einigen Städten sind innovative Zentren für nachwachsende Rohstoffe entstanden.

Viele der Städte gehörten im Mittelalter dem mächtigen Hansebund an.
Burgruine Kalbe In Stendal, Salzwedel, Haldensleben, Tangermünde und Gardelegen kann man sehr prächtige sakrale und profane Bauten aus Backstein oder Fachwerk sehen, die liebevoll restauriert und gepflegt sind. Aber auch in den Dörfern haben sich historische Bauten, wie romanische Dorfkirchen und Klosteranlagen, Schlösser und Burgen, Guts? und Bauernhäuser und Mühlen erhalten. Die oftmals mehr als acht Jahrhunderte alten romanischen Dorfkirchen aus grob behauenen Feldsteinblöcken, denen im frühen Mittelalter Wehrhaftigkeit nachgesagt wird, beherrschen das Bild der meisten altmärkischen Dörfer. Einige Kirchen sind Bestandteil der Strasse der Romanik des Landes Sachsen?Anhalt und werden von vielen interessierten Gästen aus aller Welt besucht.Fleetmark Bauernhäuser und Wirtschaftsgebäude aus Eichenfachwerk des 17. bis 19. Jahrhunderts prägen zahlreiche Dörfer und künden vom frühen Wohlstand der Landbevölkerung. In Diesdorf können in einem der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands altmärkische Bauernhäuser aus vier Jahrhunderten besichtigt und das Leben auf dem Lande in dieser Zeit nachvollzogen werden. Zahlreiche Gutshäuser sind vor dem Untergang bewahrt worden und werden jetzt als Gaststätten genutzt und beherbergen Touristen. Das Jagdschloss Letzlingen wurde im Tudor-Stil restauriert und im Preussenjahr als museale Stätte mit ständiger Ausstellung zur Geschichte der Hohenzollem in der Letzlinger Heide der öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Der Kulturkalender der Region ist vielfältig und sorgt das ganze Jahr über für zahlreiche Veranstaltungen aller Art. Vom Frühjahr bis zum Herbst werden im Rahmen der Altmärkischen Bauernwochen viele kulturelle Höhepunkte angeboten. Die Bewahrung alter Sitten und Gebräuche steht dabei im Vordergrund. Praktische Erfahrungen können u.a. auf den Feldern beim Spargelstechen oder beim traditionellen Schaumähen mit alter Erntetechnik gesammelt, Spezialitäten aus Garten, Küche und Keller genossen werden.

Bis vor hundert Jahren gab es 429 Wind- und 13 3 Wassermühlen in der Altmark. Jedes Dorf und jede Stadt hatten mindestens eine Mühle, oftmals auch mehr. Bedingt durch die topographischen Verhältnisse und das Vorhandensein von gro├čen Eichenwäldern waren Bockwindmühlen vorherrschend und prägten das Landschaftsbild vielfältig. Im 19. Jahrhundert wurden neben Bockwindmühlen und Holländermühlen auch steinerne Turmwindmühlen errichtet. In den Randlagen der Endmoränen und an den Flussläufen konnten Mühlen mit ober-, mittel- und unterschlächtigen Wasserrädern angetrieben werden. Die Wassermühlen Staats und Wiepke wurden bereits im 14. bzw. 15. Jahrhundert genannt und sind heute noch funktionsfähig. Die Industrialisierung, mit Erfindung von Dampfmaschine und Elektromotor, und die gravierenden Veränderungen nach dem zweiten Weltkrieg mit der Teilung Deutschlands und dem Aufbau unterschiedlicher Gesellschaftsformen führten dazu, dass immer mehr Mühlen in der Region verschwanden. Heute verarbeitet nur noch ein Mühlenbetrieb Getreide zu Mehl und nur noch 20 Wind- und Wassermühlen bereichern das Landschaftsbild.

Einige dieser alten technischen Bauwerke werden von Mühlenvereinen gepflegt, ein Beispiel ist unsere Wassermühle in Wiepke.

 
 
 
 
 
   
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